„Von der Jugend für die Jugend“

Medienmitteilung 09.04.2019

Am Wochenende fand in Crans-Montana (VS) die Delegiertenversammlung des Dachverbands Schweizer Jugendparlamente DSJ statt. Der Jugendverband setzt 2019 mit der Lancierung der Leitungsausbildung Jugend + Politik auf gezielte Nachwuchsförderung für die Schweizer Milizpolitik. Mit dem Ausbau von Angeboten für Schulen möchte der DSJ die politischen Kompetenzen von SchülerInnen stärken. Ausserdem stehen im Wahljahr 2019 verschiedene Sensibilisierungs- und Mobilisierungsprojekte zur Förderung der politischen Beteiligung von Jugendlichen auf der Agenda. Mit dem Ausbau von Forschungsprojekten und verstärktem Fachaustausch sollen die Rahmenbedingungen für die politische Partizipation und politische Bildung von Jugendlichen verbessert werden.

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Zur DV vom 06. und 07. April 2019, die der DSJ gemeinsam mit dem Parlement des Jeunes du Valais organisierte, trafen sich rund 140 Jugendliche aus der gesamten Schweiz, um über die wichtigsten Geschäfte des Verbandes abzustimmen. Der DSJ hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Kompetenzzentrum zur Förderung der politischen Partizipation und der politischen Bildung entwickelt und seine Angebotspalette ausgeweitet. Der Verband unterstützt mit seinen youpa-Angeboten bestehende Jugendparlamente und Jugendräte und fördert weitere Neugründungen.Zudem stärkt der DSJ mit easyvote und engage.ch die politische Partizipation und die politische Bildung von Jugendlichen gezielt. Jugendliche werden damit unterstützt ihre politischen Rechte und Pflichten wahrzunehmen und werden dazu befähigt neue, innovative Ideen und Lösungsansätze in die Politik einzubringen.

In den beiden Bereichen liegen im Jahr 2019 die Schwerpunkte unter anderem bei der Weiterentwicklung ihrer Schulangebote, sprich easyvote-school und das engage-Atelier „Politik erleben“ für SchülerInnen der Sekundarstufe I. Mitdem Projekt VoteNow19 wird easyvote ausserdem ein umfassendes Angebot schaffen, damit möglichst viele Jugendliche wählen gehen (Hinweis easyvote-Tagung, 11. April 2019: "Nationale Wahlen? Geht mich nichts an."). Auch die JugendparlamentarierInnen begeben sich im Rahmen des Jupa-Projekts auf „Mission election“. Dazu führen die Jupas unter anderem vor den Wahlen im Herbst 2019 Veranstaltungen durch, um junge StimmbürgerInnen auf die nationalen Wahlen aufmerksam zu machen, Gleichaltrigen das Thema näherzubringen und so die Wahlbeteiligung zu erhöhen. 

Freiwillige in der Politik fördern

Um freiwillig politisch engagierte Jugendlichen und jungen Erwachsenen in ihrer Arbeit zu unterstützen, hat der DSJ entschieden das Leitungsausbildungsprojekt Jugend + Politik zu lancieren. Nach Abschluss eines erfolgreichen Pilotdurchgangs startet im Herbst 2019 der erste Lehrgang. Das Ausbildungsangebot richtet sich an JugendparlamentarierInnen und interessierte Jugendliche mit Leitungsfunktionen in Jungparteien und anderen Jugendorganisationen mit politischen Tätigkeiten. Die praxisorientierte Ausbildung soll analog zu Jugend+Sport einerseits ihr ehrenamtliches Engagement unterstützen; andererseits sollen die Jugendlichen im Sinne eines Empowerments in ihrer Persönlichkeit gestärkt werden. Mit dem Projekt möchte der DSJ gezielte Nachwuchsförderung für das politische Milizsystem der Schweiz ermöglichen, unabhängig der politischen Ausrichtung der Jugendlichen.

DV-Entscheide 2019

Geführt wird der DSJ von einem Vorstand, der sich getreu dem Motto des DSJ – „von der Jugend für die Jugend“ – aus neun jungen Erwachsenen mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren zusammensetzt. Neu in den Vorstand gewählt (Ersatzwahlen) wurden Alexander Omuku (Commission des Jeunes du Canton de Vaud), Antoine Menna (Conseil des Jeunes d’Yverdon), Bérénice Georges (Parlement des Jeunes du Valais), Leah Gutzwiler (Jugendparlament Kanton Solothurn) und Ruben Schwarz (Jugendparlament Schaffhausen). An der diesjährigen DV durfte der DSJ mit dem Jugendparlament Nänikon-Greifensee, Jugendparlament Surental, Jugendrat Brig-Glis, mit You Speak – Jugendrat Buchs und der Jugendsession Graubünden fünf neue Mitglieder aufnehmen – der DSJ zählt somit aktuell 51 Mitglieder. An der DV wurde ausserdem über die Strategie 2020-2022 des DSJ entschieden. Der Verband strebt für die kommenden drei Jahre eine Konsolidierung der einzelnen Angebote an. Zudem soll es verstärkt bereichsübergreifende Projekte und in jedem Bereich konkrete Angebote für Jugendparlamente geben. 


Kontakt

Valeria Pagani, Leitung Verbandskommunikation, valeria.pagani@dsj.ch

Damien Richard, Co-Präsident DSJ, damien.richard@dsj.ch

Bérénice Georges, Co-Présidente Parlement des Jeunes du Valais, valais2019@gmail.com

Dürfen die „Alten“ bald nicht mehr Abstimmen und werden Verhütungsmittel gratis?

"Verändere die Schweiz!" 22.03.2019

Die Kampagne „Verändere die Schweiz!“ des Dachverbands Schweizer Jugendparlamente DSJ geht am Sonntag, 24. März zu Ende. Auf der Onlineplattform www.engage.ch wurden bereits zahlreiche Ideen von Jugendlichen aus der ganzen Schweiz gepostet. Alle unter 26-Jährigen haben noch das ganze Wochenende die Möglichkeit, die Zukunft der Schweiz mitzugestalten und ihre Ideen zu posten.

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Die Kampagne wird unterstützt durch zahlreiche engage-Ambassadors, die zur Teilnahme aufriefen. Von jungen Influencern, über engagierte Lehrpersonen, bis hin zu unseren ProjektpartnerInnen, den 16 jüngsten national- und StänderätInnen. Sogar Bundesrat Alain Berset rief dazu auf, Ideen auf www.engage.ch zu posten. Er schrieb dazu auf FB, dass engage.ch „ein sehr sympathisches Projekt für mehr politische Partizipation von Jugendlichen ist“. Dem Aufruf, die eigenen Anliegen an die jüngsten National- und StänderätInnen zu richten und damit die Schweiz zu verändern, sind 240 Jugendliche bereits gefolgt. Die jungen Frauen haben dabei die Nase vorn, fast 55% der Ideen stammen von weiblichen Engagierten während 45% der Ideen von jungen Männern eingereicht wurden.

Übersicht verschiedener Ideen

Passend zu den aktuellen Klimademonstrationen, handelt es sich bei vielen Ideen um Umweltthemen. So wünschen sich die Jugendlichen weniger Verpackungen, um den Abfall zu verringern, günstigere ÖV-Tickets für die Entlastung der Strassen sowie die Förderung von Alternativenergien.

Wie in jedem Jahr, ist die Legalisierung von Cannabis auch 2019 ein häufiges Anliegen. Der junge Bündner Valerio, hat seine Forderung clever verpackt. Er präsentiert die „Lösung für das AHV-Problem“. Mit dem Legalisieren von Cannabis Produkten will er AHV Beiträge sichern, indem eine Steuer auf die Produkte erhoben wird. Seine Idee hat er nicht an eine spezifische Partei gerichtet da er der Meinung ist: „Die Zukunft der AHV betrifft uns alle und ist ein Parteiübergreifendes Thema.“

Unter den vielseitigen Ideen befinden sich auch einige Anliegen, die sich an das Politische System der Schweiz richten. So wünschen sich Jugendliche die Offenlegung der Parteifinanzierung sowie gleiche finanzielle Mittel für alle Parteien. Eine junge Bernerin möchte, dass den über 70-jährigen SchweizerInnen das Stimmrecht entzogen wird, damit diese nicht die Zukunft der Jungen bestimmen. Der junge St. Galler Tim, wünscht sich, dass das Milizsystem der Schweiz gestärkt wird durch einen Bürgerdienst für alle. «Zukünftig könnte man neben dem Militär- und Zivildienst auch in anderen Bereichen seine Dienstage absolvieren. Gerade in Institutionen wie der Feuerwehr, in Gemeinden oder für politische Ämter fehlen zunehmend Personen. Was wenn man dort seine Diensttage absolvieren könnte?»

Die prozentual stärker vertretenen jungen Frauen haben auch viele Ideen zu sozialen und gesundheitlichen Themen gepostet. Sie wünschen sich neben Lohngleichheit und günstigeren Hygieneartikel auch, dass die Antibabypille von der Krankenkasse übernommen wird, da sich viele junge Frauen die Pille nicht leisten können.

Wie geht es weiter mit „Verändere die Schweiz!“?

Noch nie war es für Schweizer Jugendliche so einfach, sich politisch zu engagieren. Alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie Schulklassen können ihre Anliegen und Ideen für die Zukunft der Schweiz noch bis am Sonntag, 24. März um Mitternacht auf www.engage.ch einbringen. Danach wählen die 16 jüngsten National- und StänderätInnen je ein Anliegen aus und bringen es in die nationale Politik ein. Am 17. Juni 2019 werden sich die Jugendlichen, deren Anliegen ausgewählt wurde, mit den 16 PolitikerInnen während der Sommersession im Bundeshaus treffen und ihre Ideen aus der Kampagne „Verändere die Schweiz!“ gemeinsam besprechen. Im Anschluss findet eine Medienkonferenz mit der Präsentation der Anliegen statt.

Auch Jugendliche, deren Anliegen nicht ausgewählt werden, wird die Möglichkeit gegeben, ihre Ideen weiterzuverfolgen. Am 16 Mai 2019 organisiert der DSJ einen Event mit Gästen aus der Wissenschaft, Politik und dem Lobbying. Diese geben den Jugendlichen Tipps und Tricks und unterstützen sie bei der Umsetzung ihrer Ideen. 


Kontakt

Melanie Eberhard, Bereichsleiterin engage.ch, melanie.eberhard@dsj.ch

Ideen

Informationen

Neue Geschäftsleiterin beim DSJ

News 29.01.2019

Stefanie Bosshard hat zum Jahreswechsel 2019 die Geschäftsleitung des Dachverbands Schweizer Jugendparlamente DSJ übernommen. Die Bildungswissenschaftlerin war zuvor fünf Jahre als Projektverantwortliche beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) in der Bildungspolitik tätig. Bosshard geht die neue Herausforderung als Geschäftsleiterin des DSJ mit Freude und Zuversicht an und betont: «Die direkte Demokratie der Schweiz braucht Jugendliche und junge Erwachsene, welche sie verstehen, an ihr teilhaben und die Werte der demokratischen Diskussionskultur weiterleben. Zusammen mit dem Team und den Mitgliedern des DSJ setze ich mich dafür ein.»

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Der DSJ ist das Kompetenzzentrum für politische Bildung und politische Partizipation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Er unterstützt mit den youpa-Angeboten bestehende Jugendparlamente und Jugendräte in der Schweiz und in Liechtenstein und fördert weitere Neugründungen. Mit seinen Angeboten easyvote und engage.ch lernen die Jugendlichen ihre politischen Rechte und Pflichten kennen und werden dazu befähigt neue, innovative Ideen und Lösungsansätze in die Politik einzubringen. Der DSJ fördert ausserdem den fachlichen Austausch unter den relevanten Akteuren und setzt sich für bessere staatliche Rahmenbedingungen für die politische Mitwirkung von Jugendlichen auf allen föderalen Ebenen ein.

Der Verband konnte in den vergangenen sieben Jahren unter der operativen Führung von Maurus Blumenthal ein enormes Wachstum verzeichnen. Blumenthal meint: «Ich bin stolz, dass ich den DSJ mit einem sehr guten Fundament übergeben durfte. Es ist aber auch ein guter Zeitpunkt für einen Wechsel und frischen Wind. Stefanie Bosshard bringt neue Kompetenzen, Ideen und ein neues Netzwerk mit. Sie soll den DSJ auf ihre Art prägen, so wie ich dies auch tun durfte.»

Die Geschäftsstelle des Jugendverbands zählt aktuell 50 junge Mitarbeitende (22.6 Vollzeitstellen). Der DSJ ist als Verein organisiert, der von 50 Jugendparlamenten, Jugendräten oder ähnlichen Organisationen getragen wird. Die strategische Leitung bildet ein neunköpfiger Vorstand, bestehend aus aktiven und ehemaligen JugendparlamentarierInnen im Durchschnittsalter von 23 Jahren.

So finden Anliegen Jugendlicher ihren Weg in die Politik

Jupa News 19.12.2018

Beim Dachverband Schweizer Jugendparlamente DSJ spannten 2018 die beiden Bereiche youpa und engage.ch für das Jupa-Projekt zusammen und lancierten das Projekt „Mission engage“. Sechs Jugendparlamente habe mit der Unterstützung des DSJ Events unterschiedlicher Art durchgeführt, um Anliegen der Jugendlichen ihrer Region zu sammeln und in Zusammenarbeit mit PolitikerInnen auf Gemeinde- oder Kantonsebene weiterzuverfolgen.

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Das Jupa-Projekt soll den Jugendparlamenten nebst den gewöhnlichen Unterstützungsangeboten des DSJ die Möglichkeit geben, ein spannendes, erfolgreiches und öffentlichkeitswirksames Projekt durchzuführen.“,erklärt Andreas Zoller, Teamleiter Gründen und Support Jugendparlamente. Bereits zum zweiten Mal führte der DSJ gemeinsam mit Jugendparlamenten (Jupas) ein Jupa-Projekt durch. 2018 begaben sich sechs Jupas auf „Mission engage“. Mit den verschiedenen Partizipationsinstrumenten von engage.ch wurden die Jupas darin unterstützt, die Bedürfnisse aller Jugendlicher ihrer Region abzuholen und die gesammelten Anliegen und Ideen in konkrete Projekte umzuformulieren und weiterzuentwickeln.  

Anliegen aus der Region finden Eingang in die Politik

Mit „Mission engage“ wurden konkrete Anliegen und Ideen von Jugendlichen über die Partizipationsplattform engage.ch gesammelt und daraufhin an einem Anlass in ihrer Region mit PolitikerInnen diskutiert. Daraus sind konkrete Umsetzungsideen entstanden, welche nun von Projektgruppen, bestehend aus Jugendlichen und PolitikerInnen, weiterverfolgt werden und unter anderem als Postulat effektiv ihren Weg in die Politik finden. Am Jupa-Projekt nahmen kleinere, aber auch grössere Jugendparlamente wie Wauwil, Yverdon-les-Bains, Schaffhausen und Nyon teil. Das Jugendparlament Kanton Solothurn etwa hat „Mission engage“ mit ihrer jährlich stattfindenden Jugendsession verbunden und durfte über 80 Teilnehmende zur Ausarbeitung der im Vorfeld eingereichten Anliegen begrüssen. Das Jugendparlament Kanton Zürich wiederum nahm die Anliegen der Jugendlichen an einen Standauftritt an der Züspa auf. Besonders wichtig sei, dass einige Anliegen auch die Chance bekämen, weiterverfolgt und Eingang in die Politik zu finden, meint Zoller. So wird in Nyon das Anliegen weiterverfolgt, den Abstimmungsprozess in Schulen zu behandeln und das Abstimmen und Wählen den SchülerInnen näher zu bringen und die politische Bildung zu fördern. 

Der Stimme der Jugend Gehör verschaffen

Auch im Kanton Schaffhausen wurden einige Anliegen zu lokalen Themen gesammelt. Besonders bemerkenswert sei, dass gewisse PolitikerInnen und die Jugendarbeit sehr interessiert seien, sich für einige Anliegen einzusetzen, meint Ruben Schwarz vom Jugendparlament Kanton Schaffhausen. „Mit der Jugendarbeit streben wir eine engere Zusammenarbeit an, wobei diese uns bereits ihre Unterstützung angeboten hat, insbesondere bei der Nutzung freier Plätze und Räume für Veranstaltungen.“ Wie sich die Anliegen umsetzen liessen, werde sich in den kommenden Monaten zeigen. Äusserst wichtig sei aber, dass die Anliegen der Jugend gehört und etwas für die jungen BürgerInnen gemacht würde, betont Schwarz. „Durch „Mission engage“ konnten wir die Ideen und Bedürfnisse unserer Zielgruppe aufnehmen und können nun gezielt daran arbeiten, die Interessen der Jugendlichen in unserem Kanton zu vertreten. Schliesslich ist den Jugendlichen eine Stimme zu geben einer der wichtigsten Aufgaben eines Jugendparlaments.“


Kontakt: Andreas Zoller, Teamleiter Gründungen und Support Jugendparlamente, andreas.zoller @ dsj.ch                                                            

Kontakt für Medien

Valeria Pagani

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