Rückblick auf die easyvote-Tagung

easyvote 09.05.2018

Rund 90 Teilnehmende fanden sich am 12. April im Polit-Forum im Käfigturm Bern zur vierten easyvote-Tagung ein, um in einem fachlichen Austausch über das Vertrauen, die Meinungsbildung und die politische Partizipation von Jugendlichen zu sprechen.

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Die Grundlage bildeten dabei vier Inputreferate, welche die Resultate von Studien über Wirkung von Angeboten und Meinungsbildung von Jugendlichen vorstellten. ReferentInnen waren unter anderem Cloé Jans (Projektleiterin gfs.bern), Isabelle Stadelmann-Steffen(Professorin für Vergleichende Politik am Institut für Politikwissenschaft der Universität Bern) und Olivier Glassey (Faculté des sciences sociales et politiques, Université de Lausanne).

Zum Abschluss der Tagung diskutierten Matthias Aebischer (Nationalrat SP), Daniel Binswanger (Journalist Die Republik), Laura Zimmermann (Operation Libero) und Philipp Gut (Journalist Die Weltwoche) über Handlungsmöglichkeiten von politischen Akteuren.

Die klaren Resultate des easyvote-Politikmonitors 2017 sowie die Referate und Diskussionen zeigten: Es muss gehandelt werden – zuerst, aber nicht einzig, bei der politischen Bildung.

easyvote-Politikmonitor 2017 (lange Version)

Zusammenfassung easyvote-Poltikmonitor 2017

easyvote: Abstimmungen Juni 2018

easyvote 27.04.2018

Die Produktion der easyvote-Broschüren und -Clips für den nächsten Abstimmungstermin am 10. Juni 2018 laufen auf Hochtouren. easyvote erklärt alles rund um Bar- und Buchgeld, Pokerturniere und Zugangssperren. Das sowohl via Broschüre, als auch online mit den Clips und mit Hintergrundwissen: zu finden ab Anfang Mai auf www.easyvote.ch!

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Du möchtest als EhrenamtlicheR bei der easyvote-Produktion mitarbeiten? Dann melde dich hier an! Wir freuen uns über dein Engagement!

Mehr politische Bildung und verständliche Informationen für junge BürgerInnen

easyvote 13.04.2018

Die easyvote-Tagung 2018 des Dachverbands Schweizer Jugendparlamente DSJ ging gestern im Polit-Forum Käfigturm Bern über die Bühne. Rund 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich ein, um in einem fachlichen Austausch über das Vertrauen, die Meinungsbildung und die politische Partizipation von Jugendlichen zu sprechen. Die klaren Resultate des easyvote-Politikmonitors, der Referate und die Diskussionen zeigten: Es muss gehandelt werden, vor allem anderen bei der politischen Bildung.

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Grundlage für die Tagung bildete der easyvote-Politkmonitor 2017. Er zeigt auf: Geht es um politische Themen, informieren sich die Jugendlichen nicht nur weniger, sondern haben auch ein Vertrauensproblem in den Medien. Und die politische Bildung geht gemäss Aussagen der befragten SchülerInnen zurück. Das ist als bedenklich zu werten, da sich dies langfristig negativ auf die politische Partizipation auswirkt.

Studien untermauern Handlungsbedarf

Die breite Palette von Inputreferaten eröffnete Cloé Jans, Projektleiterin gfs.bern. Sie stellte den easyvote-Politikmonitor 2017 vor und betonte, dass Jugendliche einen Nutzen in der Politik sehen und sie nicht per se politkverdrossen sind. Viele empfinden die Sprache der Politik aber als zu kompliziert und die Politik als zu weit weg von ihrem Alltag. Da die Schulen die meisten Jugendlichen erreichen, sieht sie den grössten Handlungsbedarf bei der politischen Bildung. Im politischen Unterricht muss die Medienkompetenz zu politischen Themen geschärft werden und ihre Kompetenzen, welche sie zu aktiven BürgerInnen werden lassen, erarbeitet werden. So sei es ihnen schlussendlich auch möglich, in unserer Demokratie partizipieren.

Zoë Maire, Bereichsleiterin von easyvote, forderte mehr verständliche, faktenorientierte und neutrale Informationen, damit sich junge Erwachsene eine eigene Meinung bilden können – und dies von allen politischen Akteuren und Organisationen. Im gleichen Zug wurde die neue easyvote-App votenow angekündet. Die App wird ab Herbst 2018 verfügbar sein, ist primär für den Schulunterricht im Rahmen von easyvote-school konzipiert, wird aber für alle zugänglich sein. Das Programm easyvote reagiert damit auf zwei Entwicklungen: Zum einen auf die jetzt wachsende Gruppe der digitalen Aktivistinnen und Aktivisten, zum anderen auf die Unentschlossenheit der Jugendlichen bei politischen Themen – Meinungsbildung soll via Smartphone besser unterstützt werden. Wer kein Vertrauen in die Informationskanäle zu politischen Themen hat, informiert sich weniger, kann schlechter eine Meinung bilden und partizipiert schlussendlich auch nicht. Genau hier setzt der DSJ mit seinen easyvote-Angeboten an.

easyvote schneidet in Forschungsexperiment besser ab als der Bund

Isabelle Stadelmann-Steffen von der Universität Bern stellte ein Umfrageexperiment aus dem Jahr 2017 vor, welches die Qualität der easyvote-Angebote bestätigt. Die easyvote-Broschüre wird im Vergleich zum Abstimmungsbüchlein vom Bund als ansprechender, verständlicher und neutraler wahrgenommen. Auch die easyvote-Clips werden als kompetenter und glaubwürdiger bewertet, als die Clips des Bundes. Vor allem bei der wahrgenommen Neutralität schneiden die easyvote-Angeboten besser ab, als die Angebote des Bundes. Dies ist nicht nur beim Zielpublikum von 18-25-jährigen der Fall, sondern auch darüber hinaus.

Wer muss handeln?

Zur Podiumsdiskussion fanden sich Matthias Aebischer (Nationalrat SP), Daniel Binswanger (Journalist Die Republik), Laura Zimmermann (Operation Libero) und Philipp Gut (Journalist Die Weltwoche) zusammen. Angesprochen auf die Tagungsfragen waren verschiedene Statements zu hören. Matthias Aebischer forderte kurze und prägnante Information – gerade wenn es um Politik geht und das nicht nur für junge Erwachsene. Dies sei von allen politischen Akteuren umzusetzen. Daniel Binswanger nahm die Schulen in Zugzwang, damit diese Jugendliche zu medienmündigen Bürgerinnen und Bürger erziehen. Nur so können sie einschätzen, was Wahrheit ist und welchen Informationen Vertrauen geschenkt werden kann. Laura Zimmermann bestätigte, dass es auch bei den Jugendlichen unterschiedliche Typen gebe, die sich unterschiedlich engagieren würden. Phlipp Gut äusserte sich optimistisch, trotz abnehmendem Vertrauen der Jugendlichen. Das politische System brauche BürgerInnen, die den Medien und den politischen Akteuren gegenüber kritische auftreten.

Das Potential muss genutzt werden

Der Schlusstenor der Tagung war eindeutig: Die sinkende Informiertheit und das teilweise tiefe Vertrauen der Jugendlichen in politische Institutionen und Akteure ist als bedenklich zu werten, zumal sich Jugendliche auf nationaler Ebene mehr einbringen wollen. Die politischen Akteure und Organisationen müssen nun in ihren eigenen Arbeitsfeldern darauf reagieren: Zum Beispiel die Schulen mit mehr und qualitativ besserer politischer Bildung oder die Medien als Informationsübermittler bei politischen Themen. easyvote und der DSJ werden mit ihren Aktivitäten die Anstrengungen verstärken, um das Potenzial zur politischen Partizipation, welches bei den Jugendlichen vorhanden ist besser zu nutzen – dabei steht die Digitalisierung und die politische Bildung im Vordergrund.

Weniger Informationslust und niedriges Vertrauen: Junge Erwachsene und Politik im Zeitalter von Fake-News und verändernder Medienlandschaft

easyvote 12.04.2018

Der neue easyvote-Politikmonitor des Dachverbands Schweizer Jugendparlamente DSJ zeigt klar: Die sich schnell wandelnde Medienlandschaft und das Zeitalter von Fake-News hinterlassen ihre Spuren bei den Schweizer Jugendlichen. Geht es um politische Themen, informieren sich die Jugendlichen nicht nur weniger, sondern haben auch ein Vertrauensproblem. Insbesondere die Medien haben eine schwierige Stellung: Geht es um politische Themen, vertrauen Jugendliche am wenigsten JournalistInnen.

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Vertrauensproblem in Zeiten von Fake-News

Der Vergleich mit dem Sorgenbarometer1 zeigt, dass Jugendliche politischen Akteuren und Institutionen deutlich weniger vertrauen, als dies die übrige Bevölkerung macht. Am kritischsten von allen Akteuren gehen die befragten Jugendlichen mit JournalistInnen ins Gericht: Geht es um politische Informationen, geben 60 Prozent an, dass sie eher oder sogar sehr wenig Vertrauen in JournalistInnen haben.

Fake-News ist ein Begriff für die Schweizer Jugendlichen geworden: Zwangsläufig zeigt sich dies nun auch bei ihrem Vertrauen. Die Funktion von JournalistInnen als PrüferInnen und AufbereiterInnen von politischen Informationen gerät immer mehr unter Druck: zum einen durch den stattfindenden Medienwandel, zum anderen aber auch durch die Bereitschaft zur objektiven und wahrheitsgetreuen Berichterstattung.

Abnehmende Informationslust fordert neue Kanäle

Der easyvote-Politikmonitor zeigt weiter, dass sich Jugendliche immer seltener über politische Ereignisse und Themen informieren (48% einmal oder weniger als einmal pro Woche). Dieser Trend betrifft verschiedenste Informationskanäle, ganz besonders die klassischen Medien wie Zeitungen, Fernsehen (Rückggang um 5% gegenüber 2016) oder auch Radio. Es findet dabei aber nur bedingt eine Substitution durch neue Medien statt. Auch hier spielt das mangelnde Vertrauen eine wichtige Rolle: vielen Akteuren und Kanälen bringen Jugendlichen immer weniger Vertrauen entgegen, wenn es um politische Information geht. Diese Kanäle werden folglich auch weniger konsultiert.

easyvote wird wichtiger und nützlicher

Das Resultat des mangelnden Vertrauens im easyvote-Politikmonitor zeigt: Neutrale und explizit faktenorientierte Plattformen werden als vertrauenswürdige Kanäle immer wichtiger. Die einzigen Informationskanäle, die im Vergleich zum Vorjahr an Wichtigkeit dazugewinnen, sind jene aus dem Portfolio von easyvote: Die easyvote-Clips, -Website und -Broschüre werden wichtiger. Auch punkto Nützlichkeit für die Meinungsbildung gibt es klare Resultate: Als Informationsquelle bilden die easyvote-Clips die Spitze, an zweiter Stelle folgt – zusammen mit den Eltern – die easyvote- Broschüre, diese werden von über 90% als sehr/eher hilfreich eingestuft.

Mit Abstimmungen die Interessen der Jungen vertreten

Für das Abstimmen spricht in den Augen der Jugendlichen wie im Vorjahr primär die Motivation, die Interessen der Jungen an einer Abstimmung vertreten zu wollen. Auch motivierend wirkt die Möglichkeit, die Zukunft mitbestimmen zu können. Gegen das Abstimmen spricht für eine Mehrheit die Faktoren, dass ihnen die Sprache zu kompliziert sei, Abstimmungen Probleme nicht lösen würden oder die Jugendlichen keine Zeit dafür hätten.

Keine Politikverdrossenheit, aber Partizipation in digitale Richtung

Obschon bei politischen Themen ein schwindendes Interesse festgestellt wird und sich Jugendliche weniger informieren, kann man nicht automatisch von einer zurückgehenden Bereitschaft zur politischen Partizipation sprechen. Dies auch, weil bei den fünf Partizipationstypen ein Wandel feststellbar ist. Die Jugendlichen wollen sich vermehrt digital einbringen. Zwei Drittel sind weiter der Meinung, dass Digitalisierung grosse Chancen für die Beteiligung biete. Dieser digitale Aktivismus bringt alte und neue Herausforderungen. Informationen zu politischen Themen müssen einfach verständlich und neutral bleiben, zusätzlich muss aber auch eine Brücke geschlagen werden: Die zuweilen träge Welt der politischen Institutionen muss mit der schnelllebigen, digitalen öffentlichen Agenda verbunden werden.

Hilft die Digitalisierung bei der Mobilisierung?

Digitalisierung und Medienwandel gehen Hand in Hand. Mehr Informationen sind schneller und einfacher verfügbar: Beispiele aus dem In- und Ausland zeigen, dass soziale Medien beträchtlich zur Mobilisierung von insbesondere Jungen beitragen können. Diese Veränderung zeigt sich auch in der Schweiz, wo sich die Jugendlichen vermehrt als digitale Aktivisten einschätzen (Zuwachs um 10% gegenüber 2016). Es bleibt die Frage offen, ob Jugendliche aufgrund der Vorzüge der Digitalisierung nachhaltig verstärkt politisch partizipieren – oder ob es bei punktuellen Mobilisierungsschüben bleibt.

Aufruf zum Handeln

Ein politisches System ist nur so lange stark, wie die eingebundenen BürgerInnen an dessen Legitimität glauben. Das zunehmenden Desinteresse an Politik, die sinkende Informiertheit und das teilweise tiefe Vertrauen der Jugendlichen in politische Institutionen und Akteure sind vor diesem Hintergrund als bedenklich zu werten. Umso zentraler ist eine umfassende politische Bildung, deren Wichtigkeit und Wirksamkeit die befragten Jungen selbst bestätigen (65% sagen sehr oder eher grosse Wichtigkeit). Im Vergleich zum letzten Jahr werden allerdings weniger politische Bildung in den Schulen wahrgenommen (Abnahme um bis zu 7% gegenüber 2016). Die Schulen sind dabei als erste, aber nicht als einzige in der Pflicht, hier eine klare Gegenbewegung zu lancieren. Mit easyvote-school existiert bereits ein solches Projekt: Einfach verständliche, neutrale und kostenlose Unterrichtsmaterialien ermöglichen es LehrerInnen auf simple Weise, mehr politische Bildung im Unterricht anzubieten.


Kurzfassung easyvote-Politikmonitor

Vollständiger easyvote-Politikmonitor


1Vgl. Credit Suisse Sorgenbarometer 2017, gfs.bern. Online im Internet: http://www.gfsbern.ch/de-ch/Detail/credit- suisse-sorgenbarometer-2017

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