Wahlen 2023

Wer hat gewählt?

Es gab viele Argumente, wählen zu gehen. Nicht ganz die Hälfte der Stimmberechtigten haben nun tatsächlich an den eidgenössischen Wahlen 2023 teilgenommen. Gesamtschweizerisch und über alle Alterskategorien hinweg gesehen lag die Wahlbeteiligung bei 46.7%. Damit ist die Wahlbeteiligung um 1.6 % im Vergleich zu 2019 angestiegen. Insgesamt haben 29% der Schweizer Bevölkerung darüber bestimmt, wie das Schweizer Parlament zusammengesetzt ist. Das zeigt, dass Wählen ein Privileg ist und es wichtig ist, die Stimme auch zu nutzen, wenn die Möglichkeit dazu besteht.

Wie sieht das neue Parlament aus?

Der Altersdurchschnitt im Nationalrat beträgt direkt nach den Wahlen 49.5 Jahre. Im Vergleich zum Altersdurchschnitt direkt nach den Wahlen 2019 ist das Parlament ein halbes Jahr älter geworden. Damals lag der Altersdurchschnitt nach der Wahl bei 49 Jahren. Es sind einige ältere Parlamentarier:innen ausgetreten, aber es sind nicht so viele junge Menschen gewählt worden. Genauer gesagt sind nur drei der gewählten Personen jünger als 30-jährig und für zwei davon ist es nach 2019 bereits die zweite Legislatur. Die 26-jährige Katja Riem aus der SVP ist die jüngste Person im neuen Parlament. Andri Silberschmidt und Samira Marti sind ebenfalls unter 30 Jahren. Auch neu gewählt ist die 31-jährige Farah Rumy aus der SP. Die jungen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren machen im Parlament einen Anteil von 1.2% aus. In der Bevölkerung beträgt der Anteil dieser Altersklasse hingegen 14.6% (Anfang Jahr 2022). Somit sind die jungen Menschen im Parlament weiterhin deutlich untervertreten.

Der Frauenanteil im Nationalrat ist wieder geringer geworden und sinkt auf 38.5% (77 Frauen und 123 Männer). Nach den Wahlen 2019 waren es noch 44%. Im Ständerat sitzen hingegen mehr Frauen als noch in der letzten Legislatur. Damals waren 13 der 46 Personen im Ständerat weiblich. Neu sind es 16 Frauen und 30 Männer und somit 35% Frauen im Ständerat.

Politisch gesehen konnte an diesen Wahlen zum Nationalrat vor allem die SVP zulegen. 27.9% der Stimmen gingen an die SVP. Auch die SP konnte zulegen und holte 18.3% der Stimmen. Weiter haben 14.3% der Wählenden die FDP, 14.1% die Mitte, 9.8% die Grünen und 7.6% die GLP gewählt. Auf die Sitze verteilt, bedeutet das, dass die SVP gleich 9 Sitze gewinnen konnte. Die SP gewinnt 2 und die Mitte einen Sitz. Die FPD hingegen verliert einen Sitz, die Grünen gleich 5 und die GLP verliert 6 Sitze.

Wie haben die jungen Menschen gewählt?

Die Nachwahlbefragung des SRF durchgeführt von Sotomo zeigt, dass es grosse Unterschiede zwischen den Altersklassen bezüglich der Parteiwahl gab. Hätten nur die 18–29-Jährigen gewählt, dann würde das Parlament beispielsweise etwas anders aussehen. Auch diese Altersklasse hätte am meisten die SVP gewählt, allerdings mit 24% der Stimmen. So sähe die Verteilung aus: SVP 24%, SP 20%, FDP 11%, Grüne 15%, Mitte 12%, GLP 8%. SP und Grüne als sogenannt linke Parteien hätten gemeinsam genau gleich viele Prozent, wie die beiden sogenannt rechten Parteien FDP und SVP, nämlich 35%.

Nimm an den nächsten Wahlen teil, an denen du stimmberechtigt bist, denn nur etwa 45,3% der weltweiten Bevölkerung leben in einer Demokratie und nur 8% der Weltbevölkerung und 14.4% der Länder lebt in einer solch ausgeprägten Demokratie wie die Menschen in der Schweiz. Insbesondere bezüglich des Wahlverfahrens ist die Schweiz eine der weitesten entwickelten Demokratien, da sie freie, regelmässige, unabhängige und faire Wahlen garantiert. An solchen Wahlen teilnehmen zu dürfen, ist also ein Privileg, das nicht viele Menschen auf der Welt besitzen.

Kontaktperson

Sarina Gerber

Mitarbeit Jugendpolitik

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